BRAUMEISTER BEIM 13. INTERNATIONALEN BIERFESTIVAL


















 

Karl-Marx-Allee, Berlin, 7. - 9. August 2009


Team: Christian Eckert, Ulrich Berg, Markus Schäfer, Cilly Bornholt, Reginald Grünenberg, Mohamed Amine Eddine, Uwe Zimmermann, Max, Doreen, Jeffi, Maria


Man sollte meinen, es gebe keine schönere Aufgabe, als die besten Biere an seine Gäste weiter reichen zu dürfen. Man sollte!

Doch dann ist da plötzlich diese 13-köpfige Reisegruppe aus Pilsen, die gerne 14 Bier bestellen würde und wissen möchte, was wir denn zu bieten hätten und ob unser Bier denn ordentlich gekühlt sei und ob wir unser Bier auch selber trinken würden und überhaupt, ob das denn schmecken würde. Ich lächle milde und beginne mit meiner Empfehlung:

„Nun bei diesen Temperaturen“, sage ich, „empfehle ich euch ein Leibinger Edel-Pils vom Fass. Das ist ein wunderbar erfrischendes, schlankes, spritziges, feinherbes Bier. Eben ein untergäriges Vollbier. Hopfenbetont. Und das ist nicht irgendein Hopfen. Das ist der Tettnanger Aromahopfen, der diesem Bierchen die ausgeprägte Hopfenblume verleiht. Andererseits kann ich aber auch nichts gegen das Alpirsbacher Spezial sagen. Im Gegenteil, ich empfehle euch dieses Bier ausdrücklich. Und das mit gutem Gewissen. Stammwürze 12,5 Prozent ist das Stichwort. Brillant golden in der Sonne schimmernd ist das Stichwort. Ich werde euch dieses Braugut bei einer Temperatur von 11 Grad Celcius kredenzen. Das ist nahezu optimal. Was sage ich, das ist optimal. Stichwort optimal: Wir haben da ein Bier. Das Meckatzer Weiss-Gold aus der Flasche. Und wir sprechen hier nicht von irgend einem Bier. Neeeeeiiiiiiiin! Wir sprechen von der beliebtesten und ersten, nämlich im Jahre 1905 eingetragenen Allgäuer Biermarke. Wir sprechen von einem seit Generationen gehüteten Braugeheimnis. Und das Weiss-Gold. Nunja…, feinwürzig im Geschmack…, ausgewogene Hopfennote! Kurzum das Teil ist hochvergoren und dadurch zu allem Überfluss auch noch besonders bekömmlich. Ich halte das für eines der besten Biere der Welt. Apropos bestes Bier. Unser Distelhäuser Pilsner wurde soeben mit dem DLG-Bundesehrenpreis in Gold ausgezeichnet. Ja, wie soll ich sagen – Distelhäuser ist die Brauerei des Jahres. Und wenn ihr mich fragt, zurecht. Zurecht! Obwohl, Hütt. Hütt. Hütt wäre auch in Frage gekommen. Das gibt’s in der Bügelflasche. In der Büüügelflasche. Das ist ein einziges märchenhaftes Geheimnis von Mutter Natur. Rüttel mich und schüttel mich, wirf Hefe und Vitamine über mich.“

Mir wird heiß. Ich denke an Erfrischung. „Seeradler,“ stammle ich, „Leibinger Seeradler, frischer geht’s nicht. Mit hausgemachter Zitronenlimo.“ Ich klammere mich am Tresen fest. Und da ich völlig die Kontrolle zu verlieren drohe, kommt es mir mit einem Mal – in solchen Situationen hilft allein der Glaube. „Probiert es mit dem Kleinen Mönch von Alpirsbacher. Der gibt euch Halt. Der wird euch nicht enttäuschen. Der ist spritzig. Der ist gut. Allein, was soll ich sagen, er ist nicht keusch. Und ich liebe ihn dafür.“

Meine Zuhörerschaft blickt mich fragend an, als ob sie sagen wöllten: ist das alles? „Nein,“ sage ich, „nein. Ich empfehle euch ein Hefe, ein schönes Hefe von Schneider Weisse.“

Die Reisegruppe steht ungerührt da und fragt, ob ich das noch einmal wiederholen könne. Schweiß tropft von meiner Stirn.


Text: Markus Schäfer


Spezial,

Pils,

Kleiner Mönch



Edelpils,

Seeradler



Meckatzer – Weiss-Gold




Hütt - Naturtrüb




Hefeweizen

Kristallweizen




Diestelhäuser – Pils

Fotograf Stephan Röhl

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